Einmal um die Insel

Sommer auf des Deutschen liebster Insel: Die Sonne schickt ihre heißen Strahlen vom wolkenfreien Himmel. Ideales Wetter für die Volta de Mallorca - einem Treffen von 5.000 Motorradfreaks, die zusammen die Insel umrunden. Vor ihnen liegen rund 350 Kilometer Natur pur.
Über dem Startpunkt in Palma hängt der Geruch von Benzin - die Motoren röhren. Egal ob langhaariger Runzel-Rocker oder Frischling: Alle Teilnehmer verbindet die Liebe zum einspurigen Gefährt. Und diese Zuneigung fällt bei der Volta besonders ins Auge. Die Räder sind auf Hochglanz poliert, das Chrom blitzt mit der Sonne regelrecht um die Wette. Kleidervorschriften gibt es keine. Jeder kann fahren, wie er will - ob in schwarzer Kluft oder nur in Shorts. Auch Touristen können problemlos durchstarten. Auf der Insel hat man eine ordentliche Auswahl an Maschinen und Verleihfirmen. Die Auswahl reicht von der kleinen Enduro bis zur mächtigen Fat Boy.

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Von Palma aus geht es zunächst Richtung Westen. Bei Calvia lohnt sich ein kleiner Abstecher zum Nobelhafen Portals Nous. Hier leisten Reiche sich den Luxus, für einen fünf Meter breiten Stegplatz rund drei Millionen Euro zu bezahlen: Miete für zehn Jahre - ohne Boot natürlich. Wenige Kilometer nach Portals Nous geht es Richtung Antratx. Hier frisst sich die bergige Küstenstraße durch das Gestein bis Valdemossa - eine teilweise anspruchsvolle Strecke. Hinter jeder Kurve wartet ein neuer, atemberaubender Ausblick auf zerklüftete Felsen und das endlose Meer. Wer da einen unbefestigten Weg zur Traumbucht entdeckt, testet sogleich die Motocross-Fähigkeiten seiner Maschine. Harley-Fahrer sollten auf dieses Experiment allerdings verzichten.

Eine Streckenvariante führt nach Fornalutx im Tal der Orangen und Zitronen. Wer Lust auf pures Kurvenvergnügen hat und einen kleinen Umweg in Kauf nimmt, wählt die spektakulärste Bergstraße Mallorcas: Die Sa Calobra überwindet einen Schwindel erregenden Höhenunterschied von mehr als 800 Metern durch atemberaubende Serpentinen. Im Norden geht es durch Korkeichenwälder. In der Ferne schimmern die Olivenbäume silbern - dazu das unvergleichliche Flair von Freiheit, Frischluft und Fliegendreck.

Bei manch einer der aus dem Winterschlaf geweckten Maschine geht auf den 320 Kilometern auch etwas kaputt. Dann wird am Straßenrand eifrig geschraubt. Aber mit vereinten Kräften sind kleine Schäden schnell behoben. Vor allem in den Pausen wird klar: Hier ist man unter sich. Es wird gefachsimpelt, was das Zeug hält. Telefonnummern werden ausgetauscht - Biker sammeln Tipps, wo sie Ersatzteile für ihre Veteranen herbekommen. Und nach der Paella an der Versorgungsstation treten die Zweiradenthusiasten gegeneinander zum Langsamfahren an. Gar nicht so leicht bei Geschwindigkeiten unter Schritt-Tempo nicht umzukippen oder die Füße auf den Boden zu stellen.

Gemächlich geht's dann weiter. Ein riesiger ockergelber Turm: Die Biker sind im Osten der Insel angekommen. Der Torre de Canyamel erhebt sich über der Cueva de Artá. Jetzt ist es nicht mehr weit zur Gruta de Artá - wie ein Torbogen erhebt sich das riesige Naturwunder am Meeresufer. Obwohl die Volta als gemütliche Ausfahrt gedacht ist, siegt bei manchen PS-Begeisterten jetzt der Ehrgeiz. Sie wollen als Schnellster die Strecke hinter sich bringen. "Born to be wild" - bei 5.000 heißen Öfen und dem Alltagsverkehr ein manchmal nicht ganz ungefährliches Unterfangen. Und so haben die Sanitäter jedes Jahr unvorsichtige Raser zu behandeln.

Die meisten aber sind wegen des Gemeinschaftsgefühls dabei. Spaß haben ist auf der Volta die Maxime. Gegen Abend geht es wieder nach Palma zurück. Die Volta ist zu Ende und alle Beteiligten sind um ein unvergessliches Erlebnis reicher.
 

Autor: (XXL-News)