lage & klima

Tunesien liegt in der Mitte Nordafrikas an der Mittelmeerküste, etwa 130 Kilometer südwestlich von Sizilien und 160 Kilometer südlich von Sardinien. Nachbarn sind Algerien im Westen und Libyen im Osten, am südlichsten Punkt Tunesiens treffen die drei Länder zusammen. An der Küste im Norden liegt die Hauptstadt Tunis.

Das Mittelmeer sorgt im Norden für ein ganzjährig mildes Klima. Im Winter bleibt es hier durchschnittlich 15 Grad warm. Im Sommer herrschen meist Temperaturen um 30 Grad, vor allem im Juli und August können es aber auch 40 Grad werden. In dieser Zeit treten nur gelegentliche, heftige Regenschauer auf, während es zu Jahresbeginn fast täglich regnet. Die beste Reisezeit liegt für den Norden im Frühling und Herbst, für den Süden aber eher zwischen Oktober und April. Denn in den Wüstengebieten bleibt es ganzjährig heiß und meist trocken. Nachts kann es allerdings unangenehm kühl werden.

gesundheit & impfungen
Impfungen sind nicht vorgeschrieben, solange die Einreise direkt aus Europa erfolgt. Nur bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet wird eine gültige Gelbfieberimpfung verlangt. Empfohlen wird Schutz gegen Tetanus, Diphtherie, Polio und Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalten auch Typhus, Tollwut und Hepatitis B.

Es besteht ein erhöhtes Risiko für Darminfektionen, unter anderem Bakterienruhr. Finger weg von Lebensmitteln aus dem Straßenverkauf. Eine sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene ist angebracht. Fleisch- und Fischgerichte gut durchgekocht und heiß essen, rohe Salate und Gemüse meiden, ebenso Mayonnaise. Obst am besten schälen. Wegen der Bilharziose-Gefahr sollte der Hautkontakt mit Süßwasser in Seen, Flüssen und Bächen gemieden werden.


zahlungsmittel
Landeswährung ist der tunesische Dinar. Für einen Euro gibt es rund 1,62 Dinar. Die gängigen Kreditkarten (Mastercard, Visa, American Express) werden in Hotels, Restaurants und den meisten Geschäften akzeptiert. Geldumtausch oder das Einlösen von Reiseschecks ist in allen Banken möglich. Auch größere Hotels tauschen Geld. Vorsicht: Geldtausch auf der Straße ist verboten.

reisen im land
Das Bahnnetz umfasst alle größeren Orte. Fahrkarten sollten vor Reiseantritt gekauft werden, im Zug kostet es den doppelten Preis. Eine historische Dampfbahn zwischen Metalouis und Redeyef bietet eine abenteuerliche Fahrt durch das Atlas-Gebirge.

Das Straßennetz ist gut ausgebaut. Preiswerte Fernbusse verbinden die Städte, 10 Kilogramm Gepäck sind ohne Aufpreis erlaubt. Die ebenfalls günstigen Langstreckentaxis dürfen bis zu 5 Fahrgäste transportieren. Diese "Louages" sind eine gute Transportmöglichkeit für kleine Gruppen, denn wenn es sich lohnt, fahren sie Touren durch das ganze Land.

In den größeren Städten werden Mietwagen und Motorräder angeboten, der Fahrer muss mindestens 21 Jahre und der Führerschein mindestens 12 Monate alt sein. Grüne Versicherungskarte mitnehmen! Höchstgeschwindigkeiten: 50 km/h innerhalb der Ortschaften und 100 km/h auf Schnellstraßen.

diplomatische vertretung
Botschaft der Tunesischen Republik
Lindenallee 16
14050 Berlin
Telefon: 030-30820673
Fax: 030-30820683

essen & trinken

Pauschaltouristen werden in ihren Hotels vorwiegend französische Menüs und an den europäischen Geschmack angepasste, vor allem aber "entschärfte" tunesische Gerichte vorfinden. Zu einer typischen Landesmahlzeit gehört Fisch oder Fleisch, wobei Lamm und Huhn am beliebtesten sind. Das Nationalgericht Couscous ist auch hierzulande bekannt: ein auf Hartweizengries angerichteter Gemüse- und Fleischeintopf. Weitere Spezialitäten: Breek, ein gebratener Teig, gefüllt mit Ei, gekochtem Gemüse und Thunfisch, sowie Tajine, ein langsam gekochter Eintopf mit Gemüse und Fleisch.

Die westliche Sitte, mit Messer und Gabel von seinem eigenen Teller zu essen, ist zwar verbreitet. Das traditionelle "Besteck" sind aber die Finger, beziehungsweise Brot, mit dem Saucen und Essen von einem gemeinsamen Teller aufgenommen werden. Sollte man eine private Einladung genießen, wird der Gastgeber auf mindestens zwei Nachschlägen bestehen.

Alkohol ist prinzipiell verboten, wird aber in den großen Städten und Tourismusgebieten angeboten.

land & leute

Die Landschaft verblüfft mit Gegensätzen: Im Norden Klippen mit Meeresbrandung, aber auch über 1.000 Kilometer traumhafter Sandstrand. Im Süden die Wüste Sahara, aber auch fruchtbare Oasen. Dazwischen Pinienwälder, Weideland, Obstgärten und Weinanbau. In der Antike war das heutige Tunesien dicht bewaldet, bis die Römer hier Holz für eine riesige Flotte schlugen.

Die Amtssprache ist Arabisch, die tunesische Umgangssprache ist ein arabischer Dialekt. Handelssprache ist Französisch, Englisch und Deutsch wird gelegentlich in Touristenzentren verstanden.

Baden "oben ohne" ist verboten, wird aber in den Hotelanlagen toleriert. Außerhalb der Touristengebiete sollten Arme und Beine bedeckt sein. Achtung: Falls Männer häufig die Hand unters Kinn legen, gilt dies als Zeichen für Homosexualität.

Frauen sollten bei Dunkelheit nicht alleine unterwegs sein. Beim Fotografieren von Personen in ländlichen Gebieten ist Zurückhaltung geboten. Das Fotografieren offizieller Gebäude und Häfen ist nicht erlaubt. In Ausgrabungsstätten wird Geld verlangt.

In der Restaurant-Rechnung ist zwar meist die Servicegebühr enthalten, Kellner erwarten aber von Touristen ein Trinkgeld von zehn Prozent.

ausflüge
In Tunis haben französische und arabische Lebensart interessante Gegensätzen und Mischungen hervorgebracht. In der attraktivsten Stadt des Landes lockt vor allem die Medina. Sie ist eine der besterhaltenen Altstädte des Maghreb. Aber auch die Ölbaum-Moschee, das zweitwichtigste Heiligtum der tunesischen Muslime, ist einen Blick wert. Ebenso das Bardo-Museums, eines der bedeutendsten Museen in Nordafrika. Antike römische Mosaiken und Bauten sowie die Ruinen Karthagos sollten unbedingt auf dem Besichtigungsplan stehen. In unmittelbarer Nachbarschaft Karthagos liegt mit dem Bergdorf Sidi Bou Said eine der größten Attraktionen des Landes.

Die bizarre Wüstenlandschaft lockt vor allem die Abenteurer. Aber nur erfahrene Fahrzeugführer sollten eine Tour in die Sahara auf eigene Faust unternehmen. Aus Sicherheitsgründen müssen solche Fahrten bei der Nationalgarde angemeldet werden. Dazu gehören Fahrtroute, geplante Dauer und das Endziel. Entsprechende Ausrüstung, genügend Wasser und Verpflegung sowie ein Fahrzeug im Top-Zustand sind unbedingt notwendig. Wer eine solche Tour unternimmt, sollte sich die kilometerlangen Salzseen, Chotts genannt, nicht entgehen lassen. Es haben sich aber auch viele Veranstalter auf Wüstentouren spezialisiert. Auf dem Programm stehen beispielsweise die Höhlenwohnungen von Matmata im Bergland von Dahar und Übernachtungen im Beduinenzelt.