Die ehemalige Seefahrernation Portugal belegt den westlichsten Teil der iberischen Halbinsel, mit der Hauptstadt Lissabon als dominierendem Hafen. Das Land erstreckt sich über etwa 550 Kilometer in Nord-Süd-Richtung und 150 Kilometer in Ost-West-Richtung. Wichtige Vorposten im Atlantik sind Madeira und die Azoren. Auf den vulkanischen Azoren liegt auch der Pico Alto, mit 2.351 Metern der höchste Berg Portugals.

Im bergigen Norden dominiert kühles und feuchtes Klima, während im trockenen Süden Temperaturen bis über 30 Grad herrschen. Sonnenhungrige und Badeurlauber finden vor allem an der Algarve traumhafte Bedingungen, allerdings nur im Sommer. Im Winter kann die Temperatur vor allem im Norden unter 10 Grad sinken. Ein ganzjährig angenehmes Klima bieten nur Madeira und die Nachbarinsel Porto Santo. Allerdings können auch hier Regengüsse und kleinere Stürme vorkommen.

gesundheit & impfungen
Für Deutsche und Österreicher ist die ärztliche Behandlung bei Vorlage des "Auslandskrankenscheins" E 111 frei. Für Arzneimittel muss ein Kostenanteil bezahlt werden. Zahnärztliche Behandlungen sind kostenpflichtig.

Besondere Impfmaßnahmen sind nicht nötig, wenn der Schutz gegen Tetanus oder Hepatitis B aufgefrischt ist. Mückenschutzmittel oder hautbedeckende Kleidung empfehlen sich, um Übertragungsrisiken zu verringern. Eine sorgfältige Trinkwasserhygiene ist wegen diverser Darminfektionen und Parasiten ratsam. Auf den Azoren und Madeira wird eine Impfung gegen Gelbfieber verlangt, falls die Einreise aus einem Infektionsgebiet erfolgt.

zahlungsmittel
Landeswährung ist der Euro. Die gängigen Kreditkarten (Mastercard, Eurocard, Visa, American Express) werden in Hotels, Restaurants und den meisten Geschäften akzeptiert.

reisen im land
Das Bus- und Bahnnetz ist gut ausgebaut. Wer gerne mit dem Zug anreist, kann etwa mit einem Euro-rail-Ticket bis zu jedem größeren Ort gelangen und von dort mit dem Bus oder einem Mietfahrzeug weiterfahren. Auf Landstraßen sind 90 oder 100 km/h erlaubt, auf Autobahnen 120 km/h. Anfänger, die ihren Führerschein noch kein volles Jahr besitzen, dürfen maximal 90 km/h fahren. Autobahnen sind gebührenpflichtig.

Einige Touristik-Unternehmen haben sich auf Tagesausflüge und Entdeckungstouren spezialisiert. Für Städte-Rundreisen ist dies sinnvoll, für Wanderfreunde dagegen sind die Linienbusse interessanter, um sich zu den Startorten der geplanten Touren bringen zu lassen. Dies bietet sich vor allem auf Madeira an, aber auch im Norden Portugals, um hier die Waldgebiete zu durchstreifen. Beispielsweise den Naturschutzpark Gerês an der spanischen Grenze, in dem Pferde und Wölfe in freier Wildbahn leben.

diplomatische vertretung
Botschaft von Portugal
Zimmerstraße 56
10117 Berlin
Telefon: 030-590063500
Fax: 030-590063600
E-Mail: berlin@b-portugal.ccn.de

essen & trinken

Jede Region Portugals hat ihre Eigenheiten, doch der Bacalhau kann getrost als Nationalgericht bezeichnet werden: In Salz getrockneter Kabeljau, in angeblich mehr als 350 Zubereitungsarten. Ob gegrillt, gebacken oder im Kartoffel-Auflauf - diesen Fisch bekommt man überall.

Als typisch portugiesisch gilt auch die Cataplana, verschiedene Gerichte, die in einer hohen Kupferpfanne gedünstet werden. Ähnlich wie in einer Paella wird Gemüse mit Fleisch oder Fisch beziehungsweise Meeresfrüchten gemischt. Je nach Menge der Brühe kann das leckere Gericht eher wie ein Eintopf aussehen.

Weitere Menüs beinhalten häufig gegrillten Fisch oder Fleisch. Die Vorspeisen fallen je nach Qualität und Preisen der Restaurants mehr oder weniger phantasievoll aus. Teilweise werden Brötchen mit Streichkäse und Fischpaste gereicht, manchmal auch Käse, Oliven oder Schinken. Exquisiter wird es mit Meeresfrüchten oder anderen Spezialitäten. Abschluss des Mahls bildet eine Süßspeise, dazu eine Bica, der portugiesische Espresso.

Portugal verfügt über ausgezeichnete Weine. Vor allem der Portwein ist ein Exportschlager, benannt nach der berühmten Hafenstadt Porto im Norden des Landes. Er wird aus drei Viertel vergorenem Wein und einem Viertel Branntwein hergestellt. Nach zwei bis fünfzig Jahren im Fass wird er in Flaschen abgefüllt wird und dann noch einmal im Schnitt 15 Jahre gelagert. Die diversen süßen und trockenen Varianten werden wahlweise als Aperitif oder Dessertwein getrunken.

Größtenteils wird in Portugal Rotwein angebaut, doch der bekannteste Tischwein trägt die Bezeichnung "Grün". Vinho Verde wird früh geerntet und nur kurz vergoren. Nur darauf bezieht sich auch der Name, denn es gibt sowohl weißen als auch roten Vinho Verde.

land & leute

Angeblich liegt im Fado die Seele der Portugiesen: Weltschmerz, ausgedrückt in wehmütigen Gitarrenklängen und Texten, die von Liebe und Trennung erzählen. Heutzutage wird der Fado auf Konzerten gegeben, aber ursprünglich stammt er aus den Kneipen der Lissaboner Armenviertel.

Ursprünglichkeit und Modernität - dieser Gegensatz prägt das ganze Land, und speziell die Algarve im Süden: Sie bietet einerseits idyllische Traumstrände, andererseits völlig überfüllte Touristenorte und Städtebau-Sünden. Aus vielen Fischerdörfern wurden unattraktive Monstren. Doch es gibt auch noch die romantischen Häfen oder die kleinen Bergdörfer, in denen man geruhsam seinen Vinho Verde genießen kann.

An Trinkgeld sind in Restaurants, Bars sowie im Taxi bis zu 10 Prozent üblich. Auch hier gilt der Stadt-Land-Gegensatz: Was in Lissabon als kleines Geld zählt, ist im abgelegenen Dorf ein fürstliches Trinkgeld und verdirbt vielleicht sogar die Preise. Dienstleistungen, beispielsweise von Kofferträgern, Garderobieren oder Zimmermädchen, werden entsprechend je nach "Anspruch" der Tätigkeit mit einem halben bis fünf Euro belohnt.

Amtssprache ist Portugiesisch, in den touristischen Gebieten kommt man mit Englisch zurecht. Das Baden "oben ohne" wird nur an Hotelpools und in Ferienanlagen toleriert, FKK ist generell verboten. An versteckteren Plätzen kann etwas mehr Freizügigkeit gewagt werden.


ausflüge
Lissabon ist eine traditionsreiche Weltstadt und unbedingt einen Besuch wert. Sie bietet jede Menge Kultur in Form von Denkmälern, Bauten und Kirchen - aber auch Kneipenkultur: A Tendinha beispielsweise wurde 1840 gegründet und gehört zu den ältesten Lokalen Lissabons. Hier wird hochprozentiger Ginginha ausgeschenkt, eine Kirschschnaps-Spezialität. Um eine Bica zu nehmen, kann man in eines der alten Kaffeehäuser wechseln, die wegen ihrer gediegenen, originellen Einrichtung sehenswert sind. Rund um Lissabon warten weitere historische Orte auf ihre Entdeckung, unter anderem das Kloster Mosteiro dos Jerónimos. Einen Blick über die Stadt biete das Castelo de São Jorge.

Die Blumeninsel mitten im Atlantik: Madeira. Das ganzjährig warme Klima um 20 Grad sorgt für eine üppige Vegetation mit über 750 Pflanzenarten, von Orchideen und Passionsblumen bis zu Chrysanthemen und Magnolien. Ein idealer Ort, um eine Woche lang Tagsausflüge zu ganz unterschiedlichen Naturschauspielen zu unternehmen. Auf abenteuerlichen Wanderwegen entlang der Levadas, den Wasserkanälen Madeiras, lassen sich weite Teile der Insel erkunden. Anspruchsvollere Touren führen bis auf die nebligen Berggipfel bis 1.800 Meter. Regenjacke nicht vergessen! Baden ist an Madeiras schroffen Küsten kaum möglich, es sei denn in dem sehenswerten Meeresschwimmbad in Porto Moniz. Dafür lockt aber der sechs Kilometer lange Strand der Nachbarinsel Porto Santo, die von Madeira in drei Stunden per Fähre oder 20 Minuten per Flugzeug erreichbar ist.